Bei einem Sinnesforscher

Was war das nur für eine verrückte Reise?! Fünf Stunden mit dem Zug nach Dresden, vier Stunden Untersuchung, fünf Stunden zurück nach Hause. Und alles nur, um bei einem renommierten Sinnesforscher meinen fehlenden Geruchs- und Geschmackssinn untersuchen zu lassen. Der Professor ist dank meines Blogs auf mich aufmerksam geworden und es hat sich wirklich gelohnt…

Morgens um fünf Uhr bin ich aufgestanden, rein in den Zug und irgendwann hielt dieser natürlich mitten auf der Strecke an. Zack, unzählige Minuten Verspätung und die Bahn in Hannover konnte nicht auf mich warten. Zug verpasst. Danke, Deutsche Bahn. Eine Stunde später ging es dann weiter nach Dresden. Das war schon alles etwas abenteuerlich, aber mittags war ich dann endlich da – in der Universitätsklinik in Dresden.

Prof. Dr. Hummel empfing mich und wir führten ein kurzes Vorgespräch. Er sprühte mir immer wieder Geschmacksrichtungen in den Mund. Es war für mich ein Ratespiel mit relativ hoher Erfolgsquote. War es süß, sauer, salzig, bitter oder umami? Wenn man aus fünf Auswahlmöglichkeiten wählen kann, ist die Trefferwahrscheinlichkeit ja doch recht hoch. 3 von fünf hatte ich richtig (geraten).

Danach ging der Marathon los. Zu Beginn ein Riechtest. Mir wurden Geruchsstifte unter die Nase gehalten und ich sollte anhand von vier Auswahlmöglichkeiten sagen, was das für ein Geruch war. 0 von 16 richtig. Nicht mal richtig geraten. Fast ein mathematisches Wunder. Später folgte noch ein weiterer Riechtest. Mir wurden mit verbundenen Augen nacheinander jeweils drei Stifte unter die Nase gehalten. Einer sollte einen Geruch enthalten, die anderen beiden nicht. Ganz ehrlich? Ich habe nicht ein einziges Mal irgendetwas wahrgenommen. 2 von 16 erraten. Bei einer Chance von jeweils 33,33% auch gar nicht mal so schwer. Ein weiterer Test ergab ein gleiches Ergebnis. Manchmal habe ich die Ersten richtig geraten. Die Letzten sollten dann extrem intensiv riechen. Da lag ich daneben. Also wieder nur reine Glückstreffer.

Ebenso viele Tests wurden für den Geschmackssinn gemacht. Ich weiß gar nicht, was ich alles in den Mund genommen habe. Kaffeepulver, Kakaopulver, Zimt, Knoblauch, Schnittlauch und vieles mehr.
Manchmal dachte ich, dass ich wirklich was gespürt hatte. Ich war so sicher und hab total selbstbewusst geantwortet und dann war es falsch. Irgendwie total ernüchternd. Ich dachte zwei bis drei Mal echt, dass da irgendwas war und dann liege ich völlig daneben. Das hat mich in dem Moment wirklich schockiert.
Bei den Geschmacksrichtungen bitter, salzig und sauer lag ich immer völlig falsch. Meine einzigen Treffer hatte ich bei „süß“. Da dachte ich dann: „Wow, vielleicht geht bei der Geschmacksrichtung „süß“ echt etwas.“ Bei weiteren Tests dann die Desillusion: Süßständig mit saueroder anderen Dingen verwechselt. Das hat also auch wieder nicht geklappt. Manchmal spürte ich bei manchen Proben ein Brennen auf der Zunge. Wenn „scharf“ zur Debatte gestanden hätte, wäre das meine Lösung gewesen. Aber gab es eben nicht. Es funktionierte einfach ziemlich schlecht.

Danach wurde meine Hirnstromkurve gemessen. Dieses sexy Bild seht ihr ja oben. Die Doktorandin meinte: „Sie haben einen ganz schönen Dickschädel!“ Keine dieser Kopfbedeckungen passte. Wir nahmen also die größte Variante und quetschten meinen Kopf hinein. Nachdem nach dreißig Minuten alle Kabel angeschlossen waren, setzte sie mich vor ein Gerät, das schon ziemlich wissenschaftlich und improvisiert aussah. Drei Mal zehn Minuten musste ich meine Zunge ausstrecken. Ihr glaubt gar nicht, wie anstrengend das war. Mein ganzes Kinn war am Ende vollgesabbert. Ich fühlte mich dabei so richtig männlich (Achtung: Ironie!). In regelmäßigen Abständen wurde mir zwischen Wassersprühstößen eine Salzlösung auf die Zunge gespritzt. Währenddessen wurden meine Hirnaktivitäten gemessen (im Elektroenzephalogramm). Damit sollte ein objektiver Nachweis erbracht werden, dass im Hirn etwas ankommt.

Irgendwann fühlte man sich dann aber doch ziemlich bescheuert, wenn man eigentlich immer die Ergebnisse raten muss. Aber der Test musste immer bis zum Schluss durchgezogen werden. Am Ende durfte ich noch an einer thailändischen Studie für den Geruchssinn teilnehmen. 0 von 8 richtig. Ich glaube nicht, dass ich der Dame wirklich helfen konnte. Aber egal. Ich war ja in Dresden, um Versuchskaninchen zu spielen.

Am Ende sprachen der Professor und ich noch kurz, verabschiedeten uns dann aber voneinander. Die ganzen Tests waren geschafft. Ich habe an allen verfügbaren Verfahren teilgenommen.
Einen Tag später schickte ich ihm noch Bilder von meinem Schädel-MRT. Jetzt ist er gerade dabei die Ergebnisse auszuwerten. Was er bereits sagte: „Die Ergebnisse zeigen auf jeden Fall jetzt schon deutlich, dass kein Geruchssinn vorhanden ist.“ Mehr weiß ich selber noch nicht. Ich erwarte nun einen Anruf und eine E-Mail von ihm und dann weiß ich mehr.

Es war ein unglaublich spannender Tag für mich. Zwischendurch mit neuen Erkenntnissen („Wow, beim Geschmack könnte vielleicht doch was gehen“), die aber irgendwie ziemlich schnell wieder vernichtet wurden. Ich bin gespannt auf die Ergebnisse. Vom Professor bekam ich noch Zettel, die mich richtig glücklich machten. Noch nie hab ich mich von einem Stück Papier so verstanden gefühlt. Ich werde sie Euch demnächst mal vorstellen 🙂

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Henkersmahlzeit?

Was ist eigentlich, wenn ich nun doch riechen oder schmecken kann? Momentan ist es zumindest nicht so. Ein Experte möchte mich nun untersuchen – meine zwei fehlenden Sinne. Das, was er mit mir vor hat, klingt auf jeden Fall ziemlich gruselig…

Morgen ist es so weit. Ich fahre zu einem renommierten Sinnesforscher nach Dresden. Wie ist er auf mich gestoßen? Ganz einfach: durch den Zeitungsartikel in der Lüneburger Zeitung. Er sagte, dass ihm kein Fall der Welt bekannt sei, bei dem ein Mensch weder schmecken noch riechen kann. Ein fehlender Sinn sei dagegen gewöhnlicher. Entweder blockiert in meinem Körper irgendetwas und ich kann eigentlich doch riechen oder schmecken? Oder aber ich bin ein Novum und gehe in die Geschichte der Sinnesforschung ein.

Um 6 Uhr geht die Reise mit der Deutschen Bahn los. Dann bin ich erst einmal fünf Stunden im Zug unterwegs. Klingt irgendwie ziemlich heftig, aber ich arbeite einfach an einer Hausarbeit für mein Masterstudium. Dann komme ich in Dresden an und bin gespannt, was dann auf mich zu kommt. Per E-Mail habe ich ihn am Anfang der Woche mal gefragt, wie lange die Untersuchung dauern soll: VIER BIS FÜNF STUNDEN!

Um Himmels Willen?! Was hat er mit mir vor? Ich vermute einfach mal, dass es mit einem klassischen Geruchstest beginnt, einer sogenannten Olfaktometrie. Dann darf ich erst einmal an vielen Dingen schnuppern. Wahrscheinlich wird er danach die Nervenleitbahnen und Hirnströme messen. Das stelle ich mir so ein bisschen wie im Horrorfilm vor. Ich kriege einen Hut mit ganz vielen Kabeln aufgesetzt, zerstöre mir dabei meine Frisur, kriege aber im Gegensatz zum Film keinen Elektroschock. Was dann beim Geruchssinn noch kommt, ehrlich gesagt keine Ahnung.

Dann wird natürlich auch noch eine Gustometrie durchgeführt. Gusto-was? Ein Geschmackstest bzw. eine Schmeckprüfung. Dabei werden an mehrere Stellen auf der Zunge verschiedene Geschmacksstoffe gelegt. Glucose, Zitronensäure, Chinin, Kochsalz, etc.
Es gibt aber leider noch eine viel beunruhigendere Methode. Die Elektrogustometrie. Hierbei werden die Geschmacksrezeptoren der Zungenoberfläche durch einen konstanten Strom gereizt und die Stärke bestimmt, bei dem der Reiz über die Geschmacksrezeptoren wahrgenommen wird. Das klingt ziemlich gruselig. Dies wird vermutlich nicht die einzige Methode sein. Ich hab einfach keinen blassen Schimmer, was mich erwarten wird.

In der Grundschule habe ich bei solchen Geruchs- und Geschmackstests halt immer verloren. An der Baumrinde riechen, an Essen riechen, an Blumen riechen. Nichts. Obst mit verbundenen Augen schmecken. Das lief alles ehrlich gesagt nicht so optimal. Umso spannender finde ich die Reise nach Dresden.

Am Morgen werde ich auf jeden Fall nochmal ordentlich essen. Gefühlt ist das eine Henkersmahlzeit. Aber vermutlich wird das alles gar nicht so schlimm. Was dann morgen wirklich auf mich zukommen wird, erfahrt ihr dann in meinem neuen Eintrag am kommenden Sonntag. Ich bin extrem gespannt auf die Ergebnisse. Ihr auch? 🙂

Top 5-Anti-Geschenke

Jeder kennt sie. Ob ab Weihnachten, zu Ostern oder zum Geburtstag. Geschenke, über die man sich nicht wirklich freut. Ein gezwungenes Lächeln kriegt man manchmal noch hin, aber das war‘s auch. Morgen habe ich Geburtstag – also liebe Familie und Freunde, passt genau auf!

Ich erinnere mich noch an Umfragen, die ich während meiner Radiozeit auf der Straße gemacht habe. Viele Personen meinten: „Das schlimmste Geschenk sind Socken!“ Das hatte ich auch immer gesagt. Stimmt aber nicht. Wegen meines fehlenden Geruchs- und Geschmackssinns gibt es Geschenke, mit denen ich noch viel weniger anfangen kann. Dann doch lieber Socken!

Hier sind meine Top 5 der Anti-Geschenke. Dinge, mit denen man mich wirklich nicht glücklich macht.

  1. Ein teures Deo oder Parfüm

Wer meinen Blog schon länger verfolgt, ist ein bisschen schlauer. Seit ich 14 Jahre alt bin, nutze ich das gleiche Deo. Mit dem „Axe Alaska“ kann man mich glücklich machen. Aber bitte kein Hugo Boss-Parfüm, kein Guccizeug und bitte auch nicht Giorgio Armani. Ich hab davon immer was im Schrank, benutzt hab ich es aber noch nie. Zum Teil habe ich es wegwerfen müssen, weil es nach ein paar Jahren abgelaufen ist.

  1. Ein Restaurantbesuch

Ich habe mal einen Gutschein für so ein teures 5-Sterne-Schickimicki-Restaurant bekommen. Im ersten Moment hab ich mich echt gefreut. Vor allem weil auch wirklich viel zu viel Geld dafür ausgegeben wurde. Dann saßen wir in diesem Restaurant und ich wurde einfach nicht satt. Die kleinen Portionen sind nicht mehr als eine Vorspeise. Den Unterschied zur Aldi-Tiefkühlware hab ich ja auch nicht schmecken können. Dann lieber eine Currywurst-Pommes beim Dönermann nebenan.

  1. Museumsbesuch

Diese Idee finde ich eigentlich genial. Es gibt ein Geruchsmuseum. Eine Ausstellung in 100 Gerüchen. Noch nie hab ich mich so fehl am Platze gefühlt. Eine sehr interaktives Wanderausstellung war das, für mich aber wirklich total sinnlos. Gibt es sowas eigentlich auch für Geschmacksrichtungen? Bestimmt, aber nicht für mich.

  1. Pralinen

Das lässt sich ja nun wirklich knapp zusammenfassen. Ich schmecke nichts. Also nehm ich lieber die 0,69 Euro-Nougatschokolade von Kaufland. Da habe ich im doppelten Sinne mehr von.

  1. Beer-Tasting

Ein absolutes Highlight. Ein Freund von mir hat sich da mal richtig was einfallen lassen wollen und ist damit voll gegen die Wand gefahren. Erstens trinke ich kein Bier und zweitens schmeckt mir jede Biersorte gleich. Ich könnte auch einfach Wasser oder Orangensaft trinken. Schmeckt mir gleich. Die nächsten zwei bis drei Jahre hat er sich an meinem Geburtstag noch immer geschämt gehabt. Ein echter Kracher!

Jetzt bin ich mal gespannt, was ich morgen so bekomme. Ich werde es Euch wissen lassen, wenn jemand wieder völlig daneben lag 🙂

Magie mit Geschmack

Niemals sollte ich dieses Experiment in der Öffentlichkeit vorführen. Der fehlende Geruchs- und Geschmackssinn und eine unglaublich peinliche Situation – Gott sei Dank bisher nur bei mir im Wohnzimmer. Aber bei diesem Trick bin ich so dermaßen hilflos…

Viele von Euch wissen, dass ich seit nem halben bis Dreivierteljahr als Magier unterwegs bin und immer einen schönen oder lustigen Effekt dabei habe. Mal wird man hier herausgefordert, mal sagt dort eine Person: „Dann zeig doch mal, was Du drauf hast.“ Immer gerne!

Neulich war ich bei einer wortwörtlich magischen Veranstaltung und habe dort eine Person gesehen, die einen Trick vorgeführt hat. Wir haben uns kurz darüber unterhalten. Der Effekt klang wirklich idiotensicher. Also habe ich einfach mal 120€ investiert und mir das Ding mit nach Hause genommen.

Aus ganz normalem Wasser kann ich Euch jedes Getränk der Welt mischen. Wasser zu Wein. Jesus lässt grüßen. Wasser zu Jägermeister. Wasser zu Cola. Es ist völlig egal. Nur Eure Vorstellungskraft ist die einzige Grenze. Der Effekt an sich ist total spannend und lässt die Zuschauer immer wieder verblüfft und mit großen Augen zurück.

Doch jetzt kommt der Clou. Ein guter Freund war bei mir zu Gast und wir sprachen über Getränke. Da dachte ich mir doch glatt: „Zeigste ihm einfach mal den neuen Trick.“ Er probierte zu Beginn das Wasser und meinte: „Ja, ganz normales Leitungswasser.“ Drei Sekunden später wurde es zur Cola. Er probierte es und war begeistert. Der nächste Getränkewunsch ging dann aber völlig in die Hose.

Jetzt wollte er, dass ich aus dem Wasser Sprite – also weiße Brause – mache. Ein bisschen Magie hier. Ein bisschen Magie dort. Schon war aus dem Wasser leckere Sprite geworden. Er nahm einen kräftigen Schluck und fing wenig später an heftig zu husten. Er bekam sich kaum ein, wurde rot im Gesicht und fragte mich, ob ich ihn verarschen möchte.

In dem Moment wusste ich schon, dass da irgendwas nicht gestimmt hat. Und ja, so war es natürlich auch. Aus dem Wasser wurde keine Sprite, sondern der große Schluck, den er nahm, war Vodka. Wie konnte das passieren? Der obligatorische „Probeschluck“ des Magiers hat mir den Fehler nicht verraten. Für mich war es wie Wasser. Ich nippte am Glas und sagte: „Aaaah, Sprite! Probier mal!“ Naja, den Rest kennt ihr ja schon.

Das ist also ein Zaubertrick, den ich niemals selber kontrollieren kann. Kirschsaft ist rötlicher, Bananensaft gelber. Den Unterschied erkennt man mit dem Auge. Ob es aber Wasser, Korn oder Vodka ist, erkennt man mit dem Auge eben nicht sofort. Riechen kann man den Unterschied bestimmt auch. Nur ich halt nicht. Deshalb bin ich mir nicht sicher, ob ich den Effekt wirklich mal aufführen sollte. Ist vielleicht ein sympathischer Fehler, aber nicht das, was man sich als Magier wünscht.

Übrigens: Vielen Dank an alle Personen, die mir nach meinem letzten Beitrag Vorschläge zugeschickt habe. Ich werde demnächst darauf zurückkommen! 🙂

„Du kannst doch alles essen!“

Käse mit Nutella, Brokkoli, Gurke mit hellem Sirup, Äpfel, Banane mit Frischkäse. „Eigentlich kannst Du doch wirklich alles essen“. Das höre ich ziemlich oft. Solange die Konsistenz in Ordnung ist und es nicht eklig aussieht, stimmt es ja sogar. Wenn da nicht eine andere Sache wäre, könnte ich tatsächlich alles essen…

Vor wenigen Wochen saß ich in der Frühstückspause mit einigen Kollegen zusammen. In ihren Brotdosen lagen Brote und Obst. Ich hatte keine Brotdose mit, dafür aber eine am Vorabend gekaufte Packung Fertigsushi. Nur die Packung musste geöffnet werden, bisschen Sojasoße dazu und schon war mein Frühstück fertig. Die Kollegen fanden es schon recht eklig, dass ich am frühen Morgen Sushi verschlang. Aber ganz ehrlich? Im Gegensatz zu einer Banane macht Sushi wenigstens satt.

Ich könnte alles und immer und vor allem auch zu jeder Zeit essen. Manchmal wach ich nachts auf und putze mal schnell eine Tafel Nougatschokolade weg. Warum Nougat? Weil sie von der Konsistenz weich ist. Das mag ich!
Abends mal die Pizza nicht aufgegessen, schnapp ich sie mir am nächsten Morgen und verwandle sie in mein Frühstück. Ich glaube, dass das aber viele junge Männer so machen.

„Du kannst doch alles essen, wenn du nichts schmecken und riechen kannst.“

In der Theorie schon – in der Praxis nicht. Ich bin fructoseintolerant. Eine schöne Modeerscheinung, die mich bei den Lebensmitteln aber doch ziemlich einschränkt. Damit fällt eigentlich sämtliches Obst weg. Es gibt aber Ausnahmen: eine Banane vertrage ich oftmals. Bei einem Apfel jedoch reicht ein kleiner Biss und ich sitze die nächste halbe Stunde auf der Toilette. Das bedeutet also, ich kann eben nicht alles essen.

Seit dieser „Diagnose“ gibt es auch folgendes Problem: ich habe Euch bereits erzählt, dass ich rotes Essen liebe. Alles, was rot ist, löst in mir ein positives Gefühl aus: Salami, Erdbeermarmelade, Wassermelone oder auch die rötliche Metaxasauce beim Griechen. Die Fructoseintoleranz sorgt aber dafür, dass ich bis auf die Salami den Rest nicht mehr vertrage. Das schränkt die Essensauswahl dann doch ziemlich ein. Ich muss aber gestehen, dass ich die negativen Folgen wie Bauchkrämpfe oder dringende Toilettenbesuche häufiger in Kauf nehme. Donnerstags gibt’s in der Kantine Currywurst mit Pommes. Die Currywurst ist rot, die Sauce ist rot und dann kann ich einfach nicht wiederstehen. Ich esse ja auch total gerne Pizza. Die Tomatensauce auf der Pizza kann aber ebenfalls ziemlich mies enden. Aber ja: insgesamt habt Ihr natürlich recht. Ich könnte wirklich alles essen. Egal wie es riecht oder schmeckt. Irgendwie habe ich nun Lust auf ein kleines Experiment:

Ich brauche Eure Vorschläge für einen kleinen Test!

Was ist für Euch denn eine ziemlich eklige Mischung? Oben hab ich ja schon paar erwähnt: Käse mit Nutella oder Gurke mit hellem Sirup. Da gibt es natürlich noch tausend andere Möglichkeiten. Schreibt mir gerne mal Eure Vorschläge. Ich probiere sie in der kommenden Woche aus und werde demnächst einen ausführlichen Beitrag dazu schreiben. Ich bin schon sehr auf Eure Prüfungen für mich gespannt. 🙂

Die Lederjackenlüge

Es wird Zeit für die Wahrheit. Seit Jahren hält sich diese Lüge. Mir tut die Lederjacke auch etwas leid, aber sie war nicht mehr zu retten. Und dieser unfreundliche Vollidiot hätte auch mal anders reagieren können. Ich kann doch nichts dafür…

Mittlerweile ist dieser besagte Tag schon sechs Jahre her. Es war März und das allererste Mal sah es draußen nach Frühling aus. Die Sonne schien, der Himmel war blau und mir war das schon wieder zu warm. Hab ich eigentlich schon mal erwähnt, dass ich es lieber kalt mag? Das ist aber ein anderes Thema.

Damals hatte ich eine Wohnung in Schwerin. Meine Ex-Freundin war an dem Wochenende zu Besuch. Wir führten eine Fernbeziehung und sie hatte sich durchringen können, mal zu mir zu kommen. Also wollte ich ihr auch etwas bieten und meinte: „Hey, es ist doch bestes Wetter. Lass uns doch mal nach Warnemünde an den Strand fahren!“ Gesagt, getan.

In der wunderschönen Hafenstadt machten wir uns einen angenehmen Tag. Wir schlenderten durch die Gassen und an der Promenade entlang. Doch dann sollte es passieren. Sie musste mal für kleine Mädchen und wollte in einem Restaurant nach einer Toilette fragen. Ich wartete draußen. Ich und meine Lederjacke.

Sie ließ ziemlich lange auf sich warten. Also lehnte ich mich an eine Hauswand und spielte währenddessen mit meinem Handy herum. Auf einmal hörte ich einen Mann brüllen: „Ey, Du Ar***loch, bist Du denn völlig **********?“ Erst jetzt merkte ich, dass er mich meint. Dieser Typ mit den langen, lockigen Haaren und einer Figur wie Arnold Schwarzenegger. Der meinte es echt ernst.

„Sag mal, riechst Du das denn nicht?“, brüllte er. Tja, da sind wir wieder beim Thema. Ich habe ja keinen Geschmacks- und Geruchssinn und nein. Natürlich konnte ich es nicht riechen. „Die Wand ist frisch gestrichen!“, fügte er hinzu. In dem Moment wusste ich: „Scheiße!“ Ich lehnte an einer gerade gestrichenen Wand. Es war kein „Frisch gestrichen“-Schild zu sehen, auf dem ersten Blick sah man auch nicht, dass die Farbe gerade erst gestrichen wurde. Und riechen. Ja, riechen geht halt nicht. Pech gehabt.

Fazit: Meine schwarze Lederjacke war völlig weiß. Ich leerte meine Jackentaschen und warf die Jacke einfach direkt in den Müll. Bis heute hieß es immer offiziell: „Ja, ähm. Ich habe meine Lederjacke irgendwo verloren oder vergessen. Keine Ahnung.“ Jetzt ist es raus. Die Beichte ist vorbei. Trotzdem danke, liebe Lederjacke.

Neue Träume

Als Kind und Jugendlicher hat man Träume. Es ist schön, wenn sie in Erfüllung gehen. Wenn nicht, ist das wirklich traurig. Wegen meines fehlenden Geruchs- und Geschmackssinns musste ein Traum platzen, der sich über Jahre schon gehalten hatte…

Ich wette nun um zehn Euro, dass jeder von Euch diese Frage einmal im Leben gehört hat. Was möchtest Du mal werden? Schlaue Kinder hätten nun gesagt „groß und reich“. Die meisten sagen eher „Feuerwehrmann, Krankenschwester oder Pilot“. Drei wirklich tolle Berufe, aber ich wollte immer etwas anderes werden.

Man hat ja Träume als kleiner Junge. Erst war es der Profifußballer. Wie eigentlich bei jeder Person, die gerne kickt. Als Torwart war ich zwar relativ gut, aber man muss sich schon eingestehen, wenn es nicht bis nach ganz oben reicht. So war es dann auch. Außerdem habe ich später mein Knie zerschossen. Momentan kämpfe ich wieder mit einem vermuteten Innenmeniskusschaden.

Nach diesem Wunsch war es dann so weit. Zeit für meinen Berufswunsch, der irgendwann platzen sollte. Kriminalpolizei. Recherchieren. Beweise finden. Verhören. Fahnden. Die Bösen von den Guten trennen. Handschellen tragen. Mit Blaulicht über die rote Ampel fahren. „Wie cool ist das eigentlich?“, dachte ich als Junge. Irgendwann stand es für mich einfach fest: ich gehe zur Polizei und möchte mal in Hannover auf Schurkenjagd gehen. Doch dazu sollte es nie kommen.

Ich sei eine Gefährdung für meine Kollegen, Mitmenschen und auch für mich selber. Man stelle sich folgende Situation vor: Ein Haus muss gestürmt werden. Ich gehe vorneweg. Gas tritt aus einer defekten Leitung aus. Ich kann es aber nicht riechen. Vielleicht würde es zu der Situation kommen, dass ich einen Warnschuss abgeben muss. Dieser Warnschuss und das Gas können eine Explosion auslösen und ein viel schlimmeres Szenario entstehen lassen.

Ein anderes Beispiel: Polizeikontrolle. Der Kollege winkt mit der Kelle ein Auto heraus. In Filmen heißt es dann immer: „Haben Sie was getrunken? Es riecht nach Alkohol.“ Verdammt, wieder kann ich meinen Job nicht richtig ausüben. Wenn er geradeaus gucken und sprechen kann, weil er einen für ihn angenehmen Pegel erreicht hat, würde ich ihn durchwinken. Wieder eine Gefahr für die Gesellschaft.

Das ist nun kein Scherz: Den Wunschberuf als Kripobeamter durfte ich wegen meiner zwei fehlenden Sinne an den Nagel hängen. BUMM. Geplatzt wie ein Luftballon. Das war damals ein Schock. Irgendwie traurig. Aus heutiger Sicht sage ich: mein Berufsleben ist trotzdem großartig. Radiomoderator, Pressesprecher und neuerdings auch noch Magier. Eine fantastische Mischung. Es hat damals wohl so sein sollen. Jetzt bin ich auf jeden Fall zufrieden…

WAHNSINN: 1000!

Unfassbar! Es sind gerade einmal acht Beiträge online und mein neuer Blog wird geklickt bis zum geht nicht mehr. Wir haben an Ostern die magische Marke von 1000 Aufrufen geknackt. Ich möchte mich bei allen Personen bedanken, die immer wieder fleißig vorbeischauen und mir regelmäßig Feedback geben.

Ich hätte im Leben nicht damit gerechnet, dass „Sinnesgeschichten“ so viel Anklang findet – vor allem nicht in so kurzer Zeit. Es kommt mir gerade wieder so vor: Es ist ein Geschenk nicht riechen und schmecken zu dürfen – keine Einschränkung!

Übrigens: Am 14. Mai 2018 reise ich zu einem Prof. Dr. nach Dresden, der wegen des Blogs auf mich gestoßen ist und mich mal komplett untersuchen möchte. Er ist Experte für den Geschmacks- und Geruchssinn. Ich bin schon sehr gespannt und werde Euch davon auf jeden Fall berichten. DANKE 🙂

Finger, wechsle Dich!

Es ist unschön und gilt als Schönheitsmakel. Etwa die Hälfte aller Kinder im Alter zwischen zehn und 18 Jahren leidet darunter. Auch junge Erwachsene im Alter von 18 bis 22 Jahren. Erst danach sinkt die Häufigkeit. Ich bin einer davon – auch noch mit meinen 25 Jahren. Die Gegenmittel zeigen keinerlei Wirkung…

Erst einmal wünsche ich Euch frohe Ostern. Ich hoffe, dass der Osterhase bei Euch vorbeigeschaut und vielleicht nicht unbedingt ein zweites Weihnachten beschert hat 🙂

Angefangen habe ich damit als Kind. Sie sehen ungepflegt aus. Nägel und Haut leiden darunter und werden geschwächt. Es ist eigentlich völlig bescheuert, aber ja: ich kaue an meinen Fingernägeln. Warum das so ist? Keine Ahnung. Meist passiert es völlig unbewusst – auf der Arbeit – im Bett – während der Autofahrt. Natürlich wird man darauf immer wieder hingewiesen. Wenn ich magische Effekte vorführe, achten die Zuschauer ganz besonders auf die Hände. Da achtet man schon darauf, wie man die Finger hält. Aber das ist eben einfach so. Ich habe genug Selbstbewusstsein, um darüber lachen zu können.

Bekommen hab ich als Kind dann aber irgendwann so ein Nagel-Kau-Stopp-Mittel. Das wurde mir auf die Nägel geschmiert, damit ich aufhöre zu knabbern. Ein angeblich abschreckender Spezial-Nagellack, der starke Bitterstoffe beinhaltet. Der soll den Drang zum Nagelkauen verhindern. Ich hab eben mal nach dem Zeug gegoogelt. Die Zitate sind eindeutig:

„Das Zeug schmeckt total eklig, erfüllt also somit seinen Zweck.“

„Man brauch nur sehr wenig davon, es ist ein stark bitterer Geschmack“

„Produkt riecht sehr stark nach Lösungsmittel, davon wird einem schlecht!“

Also hat man mir diese flüssige Tinktur auf die Fingernägel aufgetragen, damit ich endlich mit dem Knabbern aufhöre. Immer und immer wieder. Aber irgendwie völlig vergeblich. Irgendwann war es eine Creme oder ein Pflegeöl. Das sollte ganz unangenehm riechen und auch abstoßend schmecken. Wieder völlig umsonst. Natürlich. Ihr kennt ja auch den Grund.

Und dann gibt es ja noch ganz andere Möglichkeiten: Handschuhe tragen, sich von Freunden oder Familie darauf aufmerksam machen zu lassen oder die Fingernägel mit einem Pflaster zukleben. Vielleicht muss ich wirklich mal einen Schritt weitergehen und mir die Finger bekleben. Mein Arbeitgeber wird mich für noch bekloppter halten als ohnehin schon. Der fehlende Geschmacks- und Geruchssinn sorgen auf jeden Fall dafür, dass ich nicht so einfach mit dem Knabbern der Fingernägel aufhören kann. Habt Ihr noch Tipps? Mir wurde schon damit gedroht, die Fingernägel pink zu lackieren. Ich bin gespannt, ob es dazu kommen wird… 🙂

Habt noch tolle Osterfeiertage mit Euren Liebsten. Ich hab jetzt schon wieder viel zu viel gegessen. Puuuuh…

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