Polizeikontrolle mal anders

Es war eine wirklich sehr lustige Polizeikontrolle. Die Bundespolizisten blieb völlig verwirrt zurück und dachte von Anfang an, dass ich sie veräppeln würde. So war es nicht. Jedoch drohte mir dadurch natürlich mächtig Ärger…

Ich hab in meinem letzten Beitrag über Redensarten geschrieben und hab von Euch noch einige lustige Sprichwörter bekommen. Zwei davon haben ein ganz fiesen Humor. Genau deshalb gefallen sie mir:

Altes indianisches Sprichwort: Wenn man seinen Furz wieder riechen kann, ist die Erkältung vorbei 😀 Hahaha…

Salomon, der Weise spricht,
laute Furze stinken nicht,
aber diese Butterweichen,
die sich aus der Hose schleichen,
Mensch, vor denen hüte dich,
denn die stinken fürchterlich.

😀 😀 😀

Aber jetzt zu dem, was ich Euch erzählen wollte. Eine echt lustige Polizeikontrolle. Ich versuche sie in etwa so wiederzugeben, wie sie war. Ich war im Ausland mit meinem Auto unterwegs. Es war übrigens ein wundervoller Urlaub in Norwegen. Das ist für mich einfach das schönste Land der Welt. Das Foto oben ist übrigens aus Stavanger. Wenn es jobtechnisch nicht so kompliziert wäre, hätte ich das Auswandern schon längst vorbereitet. Wenn Ihr mir dort also einen passenden Job besorgen könnt, sagt mir Bescheid und ich lad Euch nach Norwegen ein. Ich mach gerade meinen Master in General Management, nennen wir es erhöhte BWL, und möchte also nicht unbedingt als billige Hilfskraft arbeiten. Also her mit Euren Stellenvorschlägen!

Auf jeden Fall war der Urlaub irgendwann mal vorbei und ich musste mit dem Auto zurückfahren. An der deutschen Grenze wurde ich dann tatsächlich angehalten. Eine junge Bundespolizistin wartete mit ihrem Spürhund am Straßenrand auf mich. Ich hielt an und öffnete das Fenster. Sie bat mich die Tür zu öffnen und ließ den Hund durch das Auto schnüffeln. Ich stieg aus, weil ich den Hund nicht gerade auf dem Schoß haben wollte. Und dann bellte der Hund los.

Polizistin: Was haben Sie im Auto?
Ich: 8 Dosen Fiskeboller aus Norwegen, 4 Mal Fiskekaker und paar Mal norwegischen Ketchup.
Polizistin: Darf ich das mal sehen?

Wir öffneten meinen Kofferraum und sahen den Einkauf an. Für sie war das vollkommen in Ordnung. Es war noch nicht die Menge, die irgendwelche Konsequenzen für mich gehabt hätte.

Polizistin: Jetzt nochmal zurück nach vorne. Wonach riecht das bei Ihnen im Auto?
Ich: Ähm, keine Ahnung? Weiß ich nicht.
Polizistin: Sie wissen es nicht? Haben Sie etwas mit, was Sie mir noch sagen wollen? Sie haben ja gesehen, dass der Hund angeschlagen hat.
Ich: Nein, ich rieche nichts. Ich weiß es echt nicht.

Polizistin: Haben Sie was dagegen, wenn wir Ihr Auto durchsuchen?
Ich: Nein, das ist für mich in Ordnung. Ich habe nichts zu verstecken.
Polizistin: Der Geruch in Ihrem Auto sagt was anderes. Sie haben wirklich keine Ahnung, wonach es riecht; was Sie transportieren?
Ich: Nein, wirklich nicht. Ich kann seit Geburt nicht riechen. Ich rieche nichts.
Polizistin: Sie wollen mich doch verarschen, oder?

Und in dem Moment fiel mir ein, was vielleicht etwas riechen konnte. Ich hatte unter einer Decke auf meinem Beifahrersitz eine Brotdose liegen, in der Fisch war. Fisch, den man so einfach essen konnte.

Ich: Ich glaub ich weiß, was hier riecht.
Ich holte die Brotdose heraus und hielt der Polizistin diese unter die Nase. Für einen kurzen Moment dachte ich, dass sie sich nun übergeben muss, aber danach tat sie total cool.
Polizistin: Sowas essen Sie? Das riecht ja fürchterlich.
Ich: Naja, ich kann nicht nur nicht riechen, sondern eben auch nicht schmecken.

An dieser Stelle schaute sie mich völlig verwirrt an. Ich glaube, dass sie nun dachte, dass ich sie erst recht verarschen will. Sie ließ den Hund nochmal in das Auto und dieses Mal reagierte er nicht. Sie schüttelte den Kopf und meinte, dass es wohl wirklich nur dieser Fisch war. Daraufhin nahm ich mir ein Stück, steckte es mir in den Mund, verabschiedete mich und fuhr los. Im Rückspiegel sah ich nur noch, wie sie mir hinterherschaute, ihre Hand vor ihrem Mund hielt und einfach nur völlig verwirrt zurückblieb. Also ich hatte meinen Spaß 🙂

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Fragen über Fragen

Ihr kennt es garantiert. Wenn Euch ein Thema interessiert, gibt es unzählige Fragen, die Ihr beantworten wollt. Aber dann gibt es halt auch Fragen, die Ihr Euch nicht selber beantworten könnt und genau da brauche ich nun Eure Hilfe. Außerdem erzähle ich Euch heute noch eine lustige Geschichte, die wirklich so passiert ist…

Es gibt laut Literatur eine Vielzahl an Klassifizierungssysteme für Gerüche – angeblich bis zu 830 Geruchsbeschreibungen. ACHTHUNDERTDREIßIG? Jetzt echt? Man kann satte 10.000 Duftstoffe unterscheiden. Ich hab mir da mal eine Tabelle angeschaut. Blumig wie eine Rose. Minzig wie ein Pfefferminzbonbon. Faulig wie ein faules Ei. Ätherisch wie Fleckenwasser oder schweißig wie Schweiß. Aber was bitte sind die Gerüche moschusartig wie Angelikawurzelöl oder kampferartig wie Mottenpulver? Hab ich ja noch nie gehört – Ihr etwa?

Gerüche – täglich 200 Mal beschäftigt man sich indirekt oder unbewusst mit Gerüchen. Wirklich erstaunliche Zahl. Gerüche werden im limbischen System des Gehirns verarbeitet. Es gibt Gerüche, die in unserem Hirn sofort etwas Negatives auslösen. Studien von Ärzten sagen: Unangenehme Gerüche machen uns Menschen krank. Das ist dann wohl mal ein erheblicher Vorteil, wenn man wie ich nicht riechen kann. Könnt Ihr das bestätigen? Welche Gerüche verbindet Ihr mit negativen Erlebnissen?

Gestern habe ich gelesen, dass Rapsfelder wohl einen speziellen Geruch haben, der an Kohl erinnern soll. Ist das wirklich so? Guter Kompost riecht erdig. Wie riecht denn bitteschön erdig? Was riecht noch erdig? Womit kann ich das vergleichen?

Und dann gibt es ja auch noch so viele Redensarten. Eigenlob stinkt. Die Sache stinkt gewaltig. Das stinkt zum Himmel. Geld stinkt nicht. Ihr glaubt gar nicht, wie unfassbar viele Redewendungen es zu diesem Thema gibt. Das letzte Zitat geht übrigens auf den römischen Kaiser Titus Flavius Vespasian und dessen Idee zurück, auf die Benutzung der öffentlichen Toiletten eine Steuer zu erheben. Uralt also und wir benutzen sie trotzdem. Der Fisch fängt vom Kopf an zu stinken. Also der Boss einer Organisation ist dafür verantwortlich, wenn es Probleme gibt. Ich finde diese Sprichworte so spannend. Ich möchte die gerne sammeln. Welche fallen Euch noch so ein?

Das ist jetzt ein kleiner Themensprung, aber eine wirklich lustige Geschichte. Ist auch wirklich so passiert. Eines Tages bin ich mit der deutschen Bahn gefahren und saß mitten in einem Zugabteil. Ich schaute aus dem Fenster; in meinen Ohren lief gerade Musik. Ich sag lieber nicht, was ich gehört hatte. Auf einmal hörte ich relativ viele laute Stimmen, versuchte mich aber auf die Musik zu konzentrieren. Um mich herum war relativ viel Trubel. Ich schaute die Menschen an und wunderte mich, dass einer nach dem anderen den Waggon verließ. Eine Frau schaute mich völlig angeekelt an.

In dem Moment begann das Kopfkino: Hab ich gerade gepupst? Ne, das hätte ich mitbekommen. Stinke ich? Ne, heute war es kühl und ich habe nicht geschwitzt. Ich habe das echt nicht verstanden. Ich nahm die Stöpsel aus meinem Ohr und sprach einen älteren Herren an: „Was ist los? Ist etwas passiert oder warum verlassen alle den Waggon?“ Tja, was war passiert? Bekloppte Fans von Eintracht Frankfurt – ich mag diesen Fußballverein einfach so gar nicht – haben Stinkbomben in den Waggon geworfen. Na gut, die Stinkbomben konnte ich natürlich nicht riechen, aber danach hab ich trotzdem das Abteil verlassen, weil ich mich dann doch auch irgendwie eklig gefühlt habe.

Beim Zappen am Fernseher bin ich auf dem Kindersender Super RTL hängengeblieben. Da lief eine Zeichentrickserie und zwei Kinder standen da vor einem Stinktier und haben größte Mühe gehabt, dessen Anwesenheit zu ertragen. Da hab ich mich natürlich wieder gefragt: Stinkt ein Stinktier wirklich so sehr? Oder ist der Name irgendwie doch zu übertrieben? Ach, manchmal komm ich mir schon etwas dumm vor – bei den ganzen Fragen. Aber ich finde das einfach zu spannend. Was wisst Ihr noch so über Gerüche, was Ihr total faszinierend findet? Immer her damit! Ich freue mich auf Eure Nachrichten 🙂

Die Fortsetzung

Der Titelname sagt es schon: Es geht um den letzten Teil der goldenen Zettel. Heute mal extra lang, da vergangenen Sonntag kein Eintrag erschienen ist. Kennt Ihr schon den ersten Teil vom 10. Juni 2018? Wenn nicht, dann unbedingt erst den lesen. Vor zwei Wochen habe ich von den goldenen Zetteln geschwärmt, doch sie haben auch Schattenseiten…

Eine ziemlich harte Woche liegt hinter mir – Umzug von Lüneburg nach Bennigsen, Möbelaufbau und Kartons leeren. Dann noch 40 Stunden arbeiten und so passiert es, dass einige Sachen leider auf der Strecke bleiben müssen. Jetzt heißt es also nacharbeiten.

Zuletzt hatte ich Euch im ersten Teil mit der schönen Phase „Das Auge isst mit“ versorgt. Nach diesem Punkt steht auf den goldenen Zetteln der große Punkt Hygiene. Und ich kann nur wieder betonen: Ich fühle mich von diesem Stück Papier einfach so verstanden. Körperpflege und Wäschewechsel nach Zeitplan bzw. nach körperlichen Anstrengungen mit Schwitzen. Was soll ich dazu noch sagen? Ich dusche jeden Tag – für das gute Gefühl und wegen der Angst unangenehm zu riechen. Sobald ich stärker schwitze, brauche ich eine Dusche. Sonst werde ich wahnsinnig. Drei bis vier Mal im Sommer an einem Tag zu duschen, ist nicht unbedingt selten. Vielleicht auch ein Grund, weshalb ich den Winter viel lieber mag als den Sommer.

Dann steht dort noch, dass ich mir Parfüm und Kosmetikartikel von der Partnerin aussuchen lassen soll. Naja, dazu hatte ich ja schon mal etwas geschrieben. Ich vertraue auf das gleiche Deo seit meinem 15. Lebensjahr. Erst vorgestern sagte man mir, dass es gut riechen würde. Also bleibe ich auch dabei. Außerdem soll meine Freundin die Gebrauchsmengedes Parfüms bestimmen. Da komme ich mir dann schon irgendwie bescheuert vor. Am besten lasse ich sie mich besprühen. Nein, also das kriege ich schon noch alleine hin – schon seit Jahren. Lieber zu viel als zu wenig. Wenn ich weiß, dass ich direkt danach eine andere Person treffe, mache ich etwas weniger, um sie nicht zu erschlagen. Aber ansonsten heißt es: Vollgas!

Niedlich finde ich übrigens auch den Punkt Zeitplan für Toilettenreinigung, Lüften, Waschen und Müllentsorgung. Sagen wir mal so: Die Toilette reinige ich regelmäßig. Lüften tue ich jeden Tag und meist dauerhaft. Meine Wäsche trage ich einen Tag und dann kommen sie in die Wäsche – NIEMALS trage ich etwas zwei Tage hintereinander. Das kann ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren. Wenn ich manche Menschen sehe, die drei Tage in Folge das gleiche Hemd tragen, frag ich mich schon immer, ob die nicht ein wenig müffeln?! Und bei dem Thema Müllentsorgung bin ich vielleicht etwas sträflich. Ich warte, bis der Müll voll ist. Die Folge ist, dass ich meine Wäsche niemals in der Küche trocknen lasse. Falls der Müll stinkt, nimmt meine Wäsche dann nicht den Geruch an. Geht das überhaupt? Ich glaube schon…

Auf den goldenen Zetteln heißt es noch, dass man mit offenen Flammen vorsichtig sein soll. Also mit Kerzen, Gas oder ‘nem Kamin. Ich habe in meiner Wohnung noch nie eine Kerze angezündet, wenn ich alleine war. Wie im Beitrag meiner Wohnungssuche beschrieben, würde ich auch niemals eine Wohnung mit Gasherd nehmen. Neun Monate lang habe ich in einer Übergangswohnung gewohnt. Dort gab es auch einen Kamin. Ich habe den an keinem Tag angerührt. Da gilt es dann wirklich: Lieber präventiv handeln! Lebensnotwendig sind auch Rauch- und Gasmelder. Diese retten mir im Zweifel mein Leben. Noch mehr als bei Menschen, die riechen können.

Zuletzt folgt der Absatz Beruf und Hobby. Ich sollte nicht mit gesundheitsschädlichen Stoffen arbeiten. Also zum Beispiel nicht in der chemischen Industrie. Die Gefahr sei zu groß, da mir durch den fehlenden Geruchssinn wichtige Warnsignale fehlen würden. Auch von Berufen mit Installationen oder Gaswerken wird mir abgeraten. Na gut, dass ich daran so oder so kein Interesse habe. Moderator, Magier und Pressesprecher. Das sind die Bereiche, die ich kann und die ich gerne mache. Übrigens wird auch empfohlen, dass ich den Betriebsarzt informieren sollte, um gegebenenfalls technische Hilfsmittel zu bekommen oder sogar das Einsatzgebiet im Betrieb wechseln sollte, wenn ich mit solch gefährlichen Stoffen zu tun hätte. Wenn das mal nur so einfach wäre. Eine Kündigung ist dann wohl wahrscheinlicher. Einen hab ich noch: „Nutzen Sie die biologische Leihnase des Kollegen oder Partners.“ Klingt schon putzig, oder?

Eine möglicherweise unschöne Sache hat sich durch die goldenen Zettelaber auch ergeben. Mein fehlender Geruchssinn könnte auch ein Hinweis auf ein deutlich selteneres Syndrom sein. Habt Ihr schon mal etwas vom Kallmann-Syndrom gehört? Ich ehrlich gesagt nicht. Kurzdefinition: Das Kallmann-Syndrom ist ein angeborenes Syndrom mit den Leitsymptomen Hypogonadismus und Anosmie. Anosmie steht für den fehlenden Geruchssinn. Hypodingens bedeutet übrigens Keimdrüsenunterfunktion – also eine fehlende oder verminderte Testosteronproduktion. Davon gibt es unterschiedliche Arten. Zum Beispiel eine Feminisierung des männlichen Körpers. An dieser Stelle kann ich aber sagen, dass bei mir alles an der richtigen Stelle ist und ich keine Brüste oder weiblichen Geschlechtsorgane habe.

Es gehören aber auch folgende Dinge zu den Symptomen: Kein Stimmbruch, wenig bis keine Körperbehaarung, wenig bis kein Bartwuchs. An dieser Stelle muss ich schon sagen, dass ich nie einen Stimmbruch hatte, jedoch ist meine Stimme im Laufe der Jahre einfach tiefer, also männlicher geworden. Mein Bartwuchs beschränkt sich auf Stoppeln und weist erhebliche Lücken auf. Das macht mich dann natürlich schon etwas stutzig. Eines der häufigsten Symptome ist auch eine Form von Osteoporose; also dünnere, porösere Knochen und damit anfälliger für Brüche. Und genau jetzt kommt meine Sportvergangenheit ins Spiel: Unzählige Knochenbrüche. Zum Teil Frakturen nach simplen Zusammenstößen. Dieses Syndrom ist für mich gerade irgendwie bisschen gruselig. Es passt ziemlich viel zu mir.

Naja, und dann gibt es noch ganz viele psychische Punkte, die aufgeführt werden: Schlechte Selbstwahrnehmung, Schwierigkeiten mit Vertrauen, hohes Eifersuchtspotential, chronisches Warten, Tendenz zur Schüchternheit, Stimmungsschwankungen, Ängste und Depressionen. Also insgesamt stelle ich mir nun eine Frage: Gehe ich einfach mal zum Arzt und sage, dass ich das Kallmann-Syndrom ausschließen möchte? Der hält mich doch für irre und denkt sich dann nur:Oh Mann, da hat schon wieder jemand Doktor Google befragt. Was meint Ihr? Ich denke nochmal darüber nach. Ihr werdet es erfahren. Aber nun drücken wir Deutschland bei der Fußball-WM erst einmal weiterhin die Daumen 🙂

Beichte, Amen.

Papierschnitte an den Armen, eine vollgemüllte Wohnung, hunderte gefahrene Kilometer. Das sind und waren meine vergangenen Tage seit Freitag. Der Umzug von Lüneburg nach Bennigsen (südlich von Hannover) stand an diesem Wochenende an. Ich muss Euch etwas beichten: Der Umzug ist auch der Grund, weshalb diesen Sonntag der neue Beitrag etwas auf sich warten lässt. Ich verschiebe ihn auf Mitte der Woche, hole ihn aber garantiert nach. Amen.

Gerade sitze ich hier zwischen ganz viel Gerümpel. Die wichtigsten Möbel stehen schon, aber ihr glaubt gar nicht, wie viel ich hier noch zu tun habe. Der absolute Wahnsinn. Die ersten Nächte waren sehr gut. Fühle mich hier super wohl. Ich danke für Euer Verständnis und wünsche Euch einen gemütlichen Sonntag – keinen wie meinen. Nun muss ich noch einige Minuten Vollgas geben, damit ich dann pünktlich das erste WM-Spiel von Deutschland gegen Mexiko sehen kann. Auf drei Punkte und bis demnächst! 🙂

Die goldenen Zettel

Es sind wirklich goldene Zettel für mich. Neulich hab ich schon mal geschrieben, dass ich vom Sinnesforscher Unterlagen bekommen habe, die für mich eine ziemlich hohe Bedeutung haben. Noch nie hab ich mich von einem Stück Papier so verstanden gefühlt. Ich stell es Euch nun vor… 

Was steht auf den Zetteln? Ganz grob erklärt: Wie funktioniert das Riechen & Schmecken? Was passiert beim Essen? Welche Störungen der Riech- und Schmeckempfindung kommen vor? Welche Ursachen haben Störungen? Wie werden sie festgestellt? Wie ernst sind solche Erkrankungen? Kann man sie behandeln? Und ganz wichtig: Praktische Hinweise für Menschen mit Riech- und Geschmacksstörungen – das Goldblatt unter den Unterlagen.

Ich könnte Euch nun erklären, wie das mit dem Riechen und Schmecken funktioniert. Das ist jedoch wenig spannend. Aber wusstest ihr, dass bei etwa einem unter 8000 Neugeborenen – also medizinisch sehr selten – ein angeborenes Fehlen des Geruchssinns beobachtet wird? Bei Mädchen deutlich häufiger als bei Jungen? Die meisten Riechstörungen haben bestimmte Ursachen, wie Viruserkrankungen oder Schädelverletzungen. Sehr selten ist es genetisch bedingt.

Interessant finde ich auch den Absatz, der erklärt, wie ernst man Riech- und Schmeckstörungen nehmen sollte. Dort heißt es: Es geht ein sehr wichtiges Alarmsystem verloren, da der Geruchssinn z.B. auf Brände, giftige Dämpfe oder verdorbene Lebensmittel aufmerksam macht. Die Störungen können außerdem zu Depressionen führen und stellen eine Einschränkung der Lebensqualität dar. Auch können sie auf andere Krankheiten hindeuten, wie z.B. Nierenfunktionsstörungen, Tumoren, die Parkinsonsche Erkrankung oder die Alzheimersche Krankheit. KRAWUMMS! Dieser Absatz klingt im Endeffekt doch ziemlich hart. Für meinen Geschmack – super Wortspiel, oder? – viel zu negativ. Kann, kann, kann, aber muss eben nicht. Ach, und eine Sache noch: meine Riech- und Geschmacksstörung lässt sich nicht behandeln, aber das ist für mich auch vollkommen in Ordnung. Ich kenn es ja eh nicht anders.

Kommen wir zu dem Teil, der für mich das positive Highlight der Unterlagen ist. Die praktischen Hinweise für Menschen mit Riech- und Schmeckstörungen. In meinem Alltag kam ich mir ja manchmal schon wirklich paranoid vor, weil ich Dinge gemacht habe, die sonst niemand so macht. Aber nun hab ich es schwarz auf weiß. Ich soll es sogar aus Selbstschutz zwingend so machen. Als ich diese Seiten gelesen habe, bin ich richtig emotional geworden. Das könnt ihr euch nicht vorstellen.

Auf Lebensmitteln soll ich das Kaufdatum vermerken, die Verpackungen beschriften und strikt getrennt von potentiell gesundheitsschädlichen Stoffen lagern. Vor der Verwendung soll ich jedes Mal das Kauf- und Verfallsdatum kontrollieren. Mach ich sowieso. Im Zweifelsfall und bei Unsicherheit, soll ich das Essen frühzeitig wegwerfen. Dies habe wohl auch psychische Gründe. Sonst esse ich mit schlechtem Gewissen und das wäre wohl auch nicht gut. Und ganz wichtig: Bei Unschlüssigkeit – immer eine Qualitätskontrolle von einer gesunden Person durchführen lassen.

Jetzt kommt das Thema der Zubereitung. Meine Freundin und ich wollten uns Nudeln machen – ich hatte kein Salz in der Wohnung. Warum auch? Ich schmecke ja eh nichts. Aber hier heißt es nun, dass ich unbedingt nach Rezeptvorschrift – gegebenenfalls mit Waage – würzen soll. Dies sei für die Gesundheit auch wichtig. Beim Kochen immer den Herd im Auge behalten oder aber einen Wecker stellen. Das ist ja auch schon wieder so eine Sache. Während andere Menschen nach Gefühl kochen und einfach regelmäßig schauen, ob es fertig ist, schwöre ich auf meinen Handywecker. Ich achte wirklich exakt auf die Zeit und kam mir dabei schon immer zwanghaft vor. Aber ich hab intuitiv das richtige getan.

Ein bekanntes Sprichwort darf für das Phrasenschwein nicht fehlen: Das Auge isst mit. Ich soll also mir beliebte Farben aussuchen und das Essen schön garnieren, damit die Lebensmittelaufnahme auch für mich besonders sei. In dem Moment, als ich diesen Hinweis gelesen habe, kam ich mir schon gar nicht mehr so irre vor, weil ich rotes Essen liebe.

Es gibt noch so viel auf diesen Zetteln. Ich werde Euch den Rest der Unterlagen demnächst noch vorstellen und kann an dieser Stelle nur so viel verraten: Jetzt wird es erst richtig kritisch und gefährlich. Dadurch aber natürlich noch deutlich spannender. Und wisst ihr was? Ich gönne mir nun ein rotes Eis. 🙂

Beste Reaktionen & die Wohnungssuche

Ausnahmsweise heute mal mit zwei Themen: 1. Eure Reaktionen auf das EEG-Bild meines Dresdenbesuchs bei einem Sinnesforscher. Zum Teil wirklich lustig. Und 2. ist mir bei der Wohnungssuche mal wieder aufgefallen, dass man ohne Geruchssinn ziemlich aufgeschmissen ist. Was hab ich mir nur für Bruchbuden angeschaut…

Erinnert Ihr euch an meinen Beitrag von vor zwei Wochen? Ich habe von meinem Besuch bei einem Sinnesforscher berichtet und meine ganz subjektiven Erfahrungen mit Euch geteilt. Und passend dazu, habe ich ein Foto von den Untersuchungen gepostet. Das zeigt mich während des EEGs – mit roter Kappe auf dem Kopf und ganz vielen Kabeln. Auf meiner Instagramseite habe ich sogar noch ein zweites Bild hochgeladen. Eure Reaktionen auf diese Fotos waren der Knüller:

„Oh, mein Gott! Du siehst ja aus wie ein Ork aus dem Film Herr der Ringe!“

„Fehlt nur noch der ausgestreckte Arm und ich würde Dich glatt E.T. nennen.“

„Ich schreie. So geil ey *zig lachende Smileys*.“

„Damit bist Du nicht nur der geschmackloseste Moderator der Welt, sondern auch der hässlichste, hahaha!“

„Hilfe, die Außerirdischen kommen!“

Und viele weitere mehr. Und man muss schon sagen: ihr alle habt damit irgendwie recht. Ich kam mir auch vor wie ein Außerirdischer. Diese Reise hat mir aber ja dennoch sehr viel gebracht, wie Ihr letzte Woche lesen konntet.

Nun befinde ich mich momentan ein wenig im Umzugsstress. In 12 Tagen ist es aber endlich so weit. Es bleibt wenig Zeit irgendwas in der Freizeit zu machen. Die letzte Wochen waren von Wohnungsbesichtigungen geprägt und ganz ehrlich? Ich bin froh, dass ich die nicht alleine machen musste. Einmal haben wir uns in der Nordstadt von Hannover eine Wohnung angeschaut, die wirklich gepflegt aussah. Ich hätte sie wahrscheinlich direkt genommen, doch es hat dort wohl ziemlich gestunken und gemüffelt. Wenn ich dies erst nach dem Einzug erfahren hätte, wäre ich direkt wieder ausgezogen. Das hätte ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren können und mich immer schlecht gefühlt: Riecht es für meine Gäste unangenehm? Stinken meine Klamotten? Ich wäre in einem Putzwahn untergegangen. Gott sei Dank ist es diese Wohnung nicht geworden.

Ein weiteres Manko: Ein gottverdammter Gasherd. Alle Wohnungen mit Gasherd, mögen sie doch so schön gewesen sein, sind direkt rausgeflogen. Alleine der Gedanke daran: Gas tritt aus – ich merke das nicht und zünde noch ein Feuerchen an. Das wäre der Wahnsinn! Diese Verantwortung kann ich für meine Mitmenschen und mich ehrlich gesagt einfach nicht übernehmen. No chance!

Auch jetzt beim Packen der ganzen Kartons brauchte ich immer wieder Hilfe. Hemden oder Jacken, die gefühlte Ewigkeiten im Schrank hingen… müffeln die nun nach Schrank? Ich wusste es nicht und hab ständig an meinen Klamotten riechen lassen. Dann war es ja auch noch so schrecklich heiß in den vergangenen Tagen. Also musste ich mehrfach duschen, um mich wohlzufühlen. Hallelujah! Das waren verdammt anstrengende Tage. Klingt nun alles ziemlich übel, deshalb als Gegensatz mal ein herzhaftes Lachen als Titelbild. Ein Umzug ist nur immer wieder ein kleines Abenteuer. Am 15. Juni findet der Umzug dann aber endlich statt.

Gut, mit der Wohnungseinrichtung brauche ich vielleicht auch noch etwas Hilfe. Ich bin ja bekanntlich ziemlich geschmacklos. Aber das ist nochmal ein völlig anderes Thema. Ach, und eine Sache noch: Bezüglich meines Ergebnisses aus dem letzten Beitrag kann ich Euch noch keine Neuigkeiten verkünden. Ich werde es aber nicht vergessen – versprochen! 🙂

Ähm, bitte was?

Eine Sache vorneweg: Ihr bekommt gleich spannende Informationen aus dem Befund des Sinnesforschers. In der kommenden Woche werde ich nochmal mit ihm telefonieren, um alles zu verstehen. Medizinisches Fachchinesisch ist nicht so meine Stärke. Aber ich kann Euch sagen: Die Ergebnisse, die ich bereits verstehe, sind echt interessant…

In meinem letzten Eintrag habt Ihr bereits von meiner Reise nach Dresden gelesen. Ich war bei einem Sinnesforscher und hab meinen Geruchs- und Geschmackssinn stundenlang testen lassen. Das war echt ein Abenteuer. Am Freitag habe ich nun Post bekommen: Der Befund aus dem Interdisziplinären Zentrum Riechen & Schmecken.

Ich rieche und schmecke nichts. Mit diesen Informationen bin ich dorthin gefahren. Zum großen Teil stimme es auch. Achtung: Jetzt kommen Zitate aus dem Befund. Ein bisschen Fachsprache, die ich Euch zum Teil übersetzen kann. Zuerst zur orthonasalenRiechfunktion. Dies ist die Sinneswahrnehmung, die allgemein als Riechen bekannt ist, zum Beispiel dem Riechen an Blumen oder an einer Tasse Kaffee (Danke, Wikipedia!). Ergebnis: orthonasale funktionelle Anosmie. Auf gut Deutsch: Kein Riechvermögen vorhanden. Orthonasalrieche ich also wirklich nichts.

Dann gibt es noch das retronasale Riechvermögen. Beim Verzehr von Lebensmitteln werden die freigesetzten, flüchtigen Aromastoffe über den Rachenraum in die Nasenhöhle zu den olfaktorischen Rezeptorzellen transportiert. Da der Vorgang mit dem Essprozess verbunden ist, wird das wahrgenommene Aromaprofil oft fälschlicherweise als Geschmack bezeichnet (wieder ein dickes Dankeschön an Wikipedia!). Zitat: „Das retronasale Riechvermögen stellte sich ebenfalls im Sinne einer Anosmie dar.“ Es bleibt also dabei: Egal welche Art vom Geruchssinn – dies werde ich niemals können.

Jetzt wird es kompliziert. Ich habe MRT-Bilder von meinem Schädel nach Dresden mitgenommen. In den sogenannten T1-gewichteten koronalen Aufnahmen sind die Bulbi olfactoriinicht erkennbar. Bulbi, was? Bulbiolfactoriisteht in der Medizin für Riechkolben. Dies ist eine Anschwellung an der vorderen Basis des Gehirns und ein Teil der Riechbahn. Also schließe ich nun daraus, dass ich keine Riechkolben habe?Den nächsten Fachbegriff verstehe ich nicht so richtig. Meine sulciolfactoriihinter den Augäpfeln sind abgeflacht. Also nicht so, wie sie sein sollten. Sulci olfactoriisind seichte Furchen an der Unterseite des Frontallappens. Also genau dort, wo der Geruchsnerv anliegt. Lassen wir es einfach mal so stehen. Ich werde mich erkundigen.

Beim Geschmack ist es sehr eindeutig formuliert. Das versteht dann selbst ein Kind. Die Testergebnisse sprechen für eine eindeutige Schmeckstörung – eine Hypogeusie. Damit ist ein (teilweiser) Ausfall des Geschmackssinns gemeint. Meine subjektiven Ergebnisse bestätigen dies ja nur. Ob salzig, bitter, umamioder sauer. Da merke ich wirklich rein gar nichts. Bei „süß“ hatte ich intuitive Treffer während der Tests. Was das nun zu bedeuten hat, keine Ahnung. Denn geschmacklich merke ich keinen Unterschied zwischen einer Cola und einer Brause oder einfachem Sprudelwasser. Es bleibt also noch spannend.

Ich werde nun also nochmal mit dem Sinnesforscher telefonieren und mir meine – aus dem Fachchinesisch selbst gedeuteten – Ergebnisse verifizieren lassen. Was meint Ihr zu den Ergebnissen? Wahrscheinlich sollte ich selber mal in die Sinnesforschung gehen. Eigentlich ist das ja genau mein Thema… 🙂

Bei einem Sinnesforscher

Was war das nur für eine verrückte Reise?! Fünf Stunden mit dem Zug nach Dresden, vier Stunden Untersuchung, fünf Stunden zurück nach Hause. Und alles nur, um bei einem renommierten Sinnesforscher meinen fehlenden Geruchs- und Geschmackssinn untersuchen zu lassen. Der Professor ist dank meines Blogs auf mich aufmerksam geworden und es hat sich wirklich gelohnt…

Morgens um fünf Uhr bin ich aufgestanden, rein in den Zug und irgendwann hielt dieser natürlich mitten auf der Strecke an. Zack, unzählige Minuten Verspätung und die Bahn in Hannover konnte nicht auf mich warten. Zug verpasst. Danke, Deutsche Bahn. Eine Stunde später ging es dann weiter nach Dresden. Das war schon alles etwas abenteuerlich, aber mittags war ich dann endlich da – in der Universitätsklinik in Dresden.

Prof. Dr. Hummel empfing mich und wir führten ein kurzes Vorgespräch. Er sprühte mir immer wieder Geschmacksrichtungen in den Mund. Es war für mich ein Ratespiel mit relativ hoher Erfolgsquote. War es süß, sauer, salzig, bitter oder umami? Wenn man aus fünf Auswahlmöglichkeiten wählen kann, ist die Trefferwahrscheinlichkeit ja doch recht hoch. 3 von fünf hatte ich richtig (geraten).

Danach ging der Marathon los. Zu Beginn ein Riechtest. Mir wurden Geruchsstifte unter die Nase gehalten und ich sollte anhand von vier Auswahlmöglichkeiten sagen, was das für ein Geruch war. 0 von 16 richtig. Nicht mal richtig geraten. Fast ein mathematisches Wunder. Später folgte noch ein weiterer Riechtest. Mir wurden mit verbundenen Augen nacheinander jeweils drei Stifte unter die Nase gehalten. Einer sollte einen Geruch enthalten, die anderen beiden nicht. Ganz ehrlich? Ich habe nicht ein einziges Mal irgendetwas wahrgenommen. 2 von 16 erraten. Bei einer Chance von jeweils 33,33% auch gar nicht mal so schwer. Ein weiterer Test ergab ein gleiches Ergebnis. Manchmal habe ich die Ersten richtig geraten. Die Letzten sollten dann extrem intensiv riechen. Da lag ich daneben. Also wieder nur reine Glückstreffer.

Ebenso viele Tests wurden für den Geschmackssinn gemacht. Ich weiß gar nicht, was ich alles in den Mund genommen habe. Kaffeepulver, Kakaopulver, Zimt, Knoblauch, Schnittlauch und vieles mehr.
Manchmal dachte ich, dass ich wirklich was gespürt hatte. Ich war so sicher und hab total selbstbewusst geantwortet und dann war es falsch. Irgendwie total ernüchternd. Ich dachte zwei bis drei Mal echt, dass da irgendwas war und dann liege ich völlig daneben. Das hat mich in dem Moment wirklich schockiert.
Bei den Geschmacksrichtungen bitter, salzig und sauer lag ich immer völlig falsch. Meine einzigen Treffer hatte ich bei „süß“. Da dachte ich dann: „Wow, vielleicht geht bei der Geschmacksrichtung „süß“ echt etwas.“ Bei weiteren Tests dann die Desillusion: Süßständig mit saueroder anderen Dingen verwechselt. Das hat also auch wieder nicht geklappt. Manchmal spürte ich bei manchen Proben ein Brennen auf der Zunge. Wenn „scharf“ zur Debatte gestanden hätte, wäre das meine Lösung gewesen. Aber gab es eben nicht. Es funktionierte einfach ziemlich schlecht.

Danach wurde meine Hirnstromkurve gemessen. Dieses sexy Bild seht ihr ja oben. Die Doktorandin meinte: „Sie haben einen ganz schönen Dickschädel!“ Keine dieser Kopfbedeckungen passte. Wir nahmen also die größte Variante und quetschten meinen Kopf hinein. Nachdem nach dreißig Minuten alle Kabel angeschlossen waren, setzte sie mich vor ein Gerät, das schon ziemlich wissenschaftlich und improvisiert aussah. Drei Mal zehn Minuten musste ich meine Zunge ausstrecken. Ihr glaubt gar nicht, wie anstrengend das war. Mein ganzes Kinn war am Ende vollgesabbert. Ich fühlte mich dabei so richtig männlich (Achtung: Ironie!). In regelmäßigen Abständen wurde mir zwischen Wassersprühstößen eine Salzlösung auf die Zunge gespritzt. Währenddessen wurden meine Hirnaktivitäten gemessen (im Elektroenzephalogramm). Damit sollte ein objektiver Nachweis erbracht werden, dass im Hirn etwas ankommt.

Irgendwann fühlte man sich dann aber doch ziemlich bescheuert, wenn man eigentlich immer die Ergebnisse raten muss. Aber der Test musste immer bis zum Schluss durchgezogen werden. Am Ende durfte ich noch an einer thailändischen Studie für den Geruchssinn teilnehmen. 0 von 8 richtig. Ich glaube nicht, dass ich der Dame wirklich helfen konnte. Aber egal. Ich war ja in Dresden, um Versuchskaninchen zu spielen.

Am Ende sprachen der Professor und ich noch kurz, verabschiedeten uns dann aber voneinander. Die ganzen Tests waren geschafft. Ich habe an allen verfügbaren Verfahren teilgenommen.
Einen Tag später schickte ich ihm noch Bilder von meinem Schädel-MRT. Jetzt ist er gerade dabei die Ergebnisse auszuwerten. Was er bereits sagte: „Die Ergebnisse zeigen auf jeden Fall jetzt schon deutlich, dass kein Geruchssinn vorhanden ist.“ Mehr weiß ich selber noch nicht. Ich erwarte nun einen Anruf und eine E-Mail von ihm und dann weiß ich mehr.

Es war ein unglaublich spannender Tag für mich. Zwischendurch mit neuen Erkenntnissen („Wow, beim Geschmack könnte vielleicht doch was gehen“), die aber irgendwie ziemlich schnell wieder vernichtet wurden. Ich bin gespannt auf die Ergebnisse. Vom Professor bekam ich noch Zettel, die mich richtig glücklich machten. Noch nie hab ich mich von einem Stück Papier so verstanden gefühlt. Ich werde sie Euch demnächst mal vorstellen 🙂

Henkersmahlzeit?

Was ist eigentlich, wenn ich nun doch riechen oder schmecken kann? Momentan ist es zumindest nicht so. Ein Experte möchte mich nun untersuchen – meine zwei fehlenden Sinne. Das, was er mit mir vor hat, klingt auf jeden Fall ziemlich gruselig…

Morgen ist es so weit. Ich fahre zu einem renommierten Sinnesforscher nach Dresden. Wie ist er auf mich gestoßen? Ganz einfach: durch den Zeitungsartikel in der Lüneburger Zeitung. Er sagte, dass ihm kein Fall der Welt bekannt sei, bei dem ein Mensch weder schmecken noch riechen kann. Ein fehlender Sinn sei dagegen gewöhnlicher. Entweder blockiert in meinem Körper irgendetwas und ich kann eigentlich doch riechen oder schmecken? Oder aber ich bin ein Novum und gehe in die Geschichte der Sinnesforschung ein.

Um 6 Uhr geht die Reise mit der Deutschen Bahn los. Dann bin ich erst einmal fünf Stunden im Zug unterwegs. Klingt irgendwie ziemlich heftig, aber ich arbeite einfach an einer Hausarbeit für mein Masterstudium. Dann komme ich in Dresden an und bin gespannt, was dann auf mich zu kommt. Per E-Mail habe ich ihn am Anfang der Woche mal gefragt, wie lange die Untersuchung dauern soll: VIER BIS FÜNF STUNDEN!

Um Himmels Willen?! Was hat er mit mir vor? Ich vermute einfach mal, dass es mit einem klassischen Geruchstest beginnt, einer sogenannten Olfaktometrie. Dann darf ich erst einmal an vielen Dingen schnuppern. Wahrscheinlich wird er danach die Nervenleitbahnen und Hirnströme messen. Das stelle ich mir so ein bisschen wie im Horrorfilm vor. Ich kriege einen Hut mit ganz vielen Kabeln aufgesetzt, zerstöre mir dabei meine Frisur, kriege aber im Gegensatz zum Film keinen Elektroschock. Was dann beim Geruchssinn noch kommt, ehrlich gesagt keine Ahnung.

Dann wird natürlich auch noch eine Gustometrie durchgeführt. Gusto-was? Ein Geschmackstest bzw. eine Schmeckprüfung. Dabei werden an mehrere Stellen auf der Zunge verschiedene Geschmacksstoffe gelegt. Glucose, Zitronensäure, Chinin, Kochsalz, etc.
Es gibt aber leider noch eine viel beunruhigendere Methode. Die Elektrogustometrie. Hierbei werden die Geschmacksrezeptoren der Zungenoberfläche durch einen konstanten Strom gereizt und die Stärke bestimmt, bei dem der Reiz über die Geschmacksrezeptoren wahrgenommen wird. Das klingt ziemlich gruselig. Dies wird vermutlich nicht die einzige Methode sein. Ich hab einfach keinen blassen Schimmer, was mich erwarten wird.

In der Grundschule habe ich bei solchen Geruchs- und Geschmackstests halt immer verloren. An der Baumrinde riechen, an Essen riechen, an Blumen riechen. Nichts. Obst mit verbundenen Augen schmecken. Das lief alles ehrlich gesagt nicht so optimal. Umso spannender finde ich die Reise nach Dresden.

Am Morgen werde ich auf jeden Fall nochmal ordentlich essen. Gefühlt ist das eine Henkersmahlzeit. Aber vermutlich wird das alles gar nicht so schlimm. Was dann morgen wirklich auf mich zukommen wird, erfahrt ihr dann in meinem neuen Eintrag am kommenden Sonntag. Ich bin extrem gespannt auf die Ergebnisse. Ihr auch? 🙂

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